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Viele Mental Health Warriors verspüren irgendwann auch das Bedürfnis, sich auf irgendeine Weise für das Thema psychische Gesundheit einzusetzen. So ging es mir jedenfalls, denn ich gebe mich nicht zufrieden mit dem Status quo. Das Modewort der Stunde ist «Mental Health Advocate». Aber was ist das eigentlich? Wie wird man Mental Health Advocate für andere? Und was für Voraussetzungen muss man erfüllen? Darum geht es in diesem Beitrag.

Disclaimer: Niemand MUSS Mental Health Advocate werden

Viele Menschen mit psychischen Problemen denken, sie müssten mit ihrer Geschichte rausgehen und anderen helfen. Dass sie ihre Aufgabe nicht erfüllen, wenn sie das nicht tun. Dem ist nicht so. Jede Person kann sehr gut für sich entscheiden, ob sie das möchte oder nicht. Und niemand ist deswegen weniger wert.  

Hauptsache ist jedoch, dass die Personen, die können und wollen, ihre Stimme für andere nutzen. 

Das gehört für mich zu einer solidarischen Gesellschaft dazu. Wir Mental Health Warriors unterstützen uns gegenseitig und sind gemeinsam stark!

Was ist eigentlich ein Mental Health Advocate? 

Bei meiner Kurzrecherche fiel mir auf, dass es mehrere Definitionen gibt, die sich jedoch überschneiden. Jedenfalls gibt es so viele Möglichkeiten, sich für mentale Gesundheit und gegen den Status quo zu engagieren. Eine Definition, die ich häufiger im angelsächsischen Raum angetroffen habe, lautet folgendermassen:  

«Ein Mental Health Advocate ist eine Person, die Menschen mit psychischen Erkrankungen unterstützt. Dies kann in vielerlei Form geschehen, z. B. durch emotionale Unterstützung und Beratung im Umgang mit der Diagnose. Mental Health Advocates sind nicht nur die Stimme der Menschen, die mit psychischen Erkrankungen leben, sondern auch ihre Hände. Sie hören zu, sprechen für sie, setzen sich für sie ein und kämpfen an ihrer Seite.»

Oder:

«Ein:e Fürsprecher:in für psychische Gesundheit wird auf ein Problem oder einen Bedarf aufmerksam und spricht dann mit anderen darüber, damit auch sie darauf aufmerksam werden oder Wissen erlangen.»

Das heisst also, dass jede Person sich für das Thema einsetzen kann. Es ist auch keine Voraussetzung, selber Erfahrung mit psychischen Krankheiten zu haben. Doch ich bin der Meinung, dass eine eigene Vorgeschichte dabei hilft, empathisch zu sein mit anderen Menschen.

Wie kannst du dich nun als Fürsprecher:in für psychische Gesundheit einsetzen?

Als Mental Health Advocate kannst du dich auf vielfältige Weise für das Thema engagieren. Entweder durch direkte Begleitung, Förderung und Unterstützung oder dadurch, dass du Aufklärung betreibst und anderen eine Stimme gibst. So könnte das in der Umsetzung aussehen:

  • Du startest einen Blog, in dem du deine Erfahrungen, dein Wissen und Tipps teilst
  • Du nutzt Social Media für Aufklärung
  • Du wirst  in einer Organisation aktiv 
  • Du wirkst in deinem nächsten Umfeld, zum Beispiel in deinem Job oder deinem Unternehmen
  • Du engagierst  dich politisch 
  • Du begleitest  direkt andere Menschen, die Hilfe benötigen

Es geht hier darum, für dich herauszufinden, womit du dich wohl fühlst, und wo du den grössten Impact haben kannst. Es ist ein Marathon und kein Sprint.

Was brauchst du, um dich auch für andere einsetzen zu können?

Um nach draussen zu gehen und damit auch die oft sehr berührenden Geschichten anderer zu erfahren, gibt es ein paar Dinge, die zu beachten sind, damit du dich bereit fühlst für die Aufgabe:

  • Es ist wichtig, dass du dich selbst und deine mentale Gesundheit sehr gut kennst. Wir müssen uns bewusst sein, dass vieles getriggert werden kann, wenn wir über unsere Erfahrungen sprechen. Sei zuerst ein:e Fürsprecher:in für dich selber, bis du dich sicher fühlst.
  • Du musst innerlich bereit sein, über deine Diagnose und Erfahrungen zu sprechen und wirklich dahinter stehen können. Selbstfürsorge ist hier zentral!
  • Du setzt klare Ziele, und du weisst, für welchen Bereich du dich einsetzen willst.
  • Werde dir bewusst, wie du kommunizierst – verhindere stigmatisierende Sprache und mache andere darauf aufmerksam, wenn sie das tun. 
  • Du bildest dich in deinem Bereich immer weiter.
  • Dass du dir ein Netzwerk bildest aus Gleichgesinnten, mit denen du dich austauschen kannst

Ich habe selber gemerkt, dass Klarheit über meine Ziele, Achtsamkeit in Bezug auf meine Kommunikation und eine disziplinierte Selbstfürsorge super wichtig sind, damit ich Energie für andere behalten kann.

Weshalb sind Mental Health Advocates so wichtig?

Nur wenn sich verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen für das Thema einsetzen, kann wirklich Aufklärung passieren. Tabuthemen können angesprochen und es kann endlich mit dem Status quo aufgeräumt werden. Menschen, die das nicht können oder wollen, bekommen so Unterstützung und eine Stimme. Insbesondere in Unternehmen halte ich das für enorm wichtig, weil da immer die Themen mentale Gesundheit, Burnout und Depressionen nach wie vor unter den Teppich gekehrt werden.

Ich hoffe, mein Beitrag hat einige deiner Fragen geklärt und dich inspiriert, dich auf irgendeine Weise in deinem Umfeld für mentale Gesundheit einzusetzen.

Wenn du Hilfe brauchst beim Prozess, kann ich dich gerne dabei unterstützen. Für Fragen bin ich natürlich ebenfalls da.

Du möchtest mehr erfahren zum Weg des Mental Health Warriors und wie du zum Mental Health Advocate wirst? Dann buche gerne ein kostenloses Kennenlerngespräch bei mir.

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